Zur erfolgreichen Umsetzung von CSR steht Unternehmen ein breites Spektrum an professionellen Beratungs- und Informationsangeboten zur Verfügung. Die folgenden, alphabetisch geordneten Institutionen, staatlichen Anlaufstellen und unabhängigen Netzwerke bieten vertrauliche Unterstützung, praxisnahe Tools und strategische Begleitung für Ihre Compliance-Prozesse.
Allianz für Cyber-Sicherheit (ACS)
Die von der Allianz für Cyber-Sicherheit (ACS) angebotene Kooperationsplattform ist eine Initiative des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Sie stärkt die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, indem sie Unternehmen und Behörden den vertraulichen Austausch über aktuelle Bedrohungslagen ermöglicht. Teilnehmende Institutionen erhalten kostenfreien Zugriff auf praxisnahe Sicherheitsleitfäden, Warnmeldungen und Schulungen.
Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland
Das Beratungsnetzwerk der Auslandsvertretungen bietet ansässigen oder expandierenden Unternehmen eine direkte Unterstützung vor Ort. Das Angebot verknüpft die diplomatische Expertise der Vertretungen mit den Strukturen der Außenwirtschaftsförderung. In enger Zusammenarbeit mit den Auslandshandelskammern (AHKs) helfen die Vertretungen dabei, lokale menschenrechtliche und politische Risiken im jeweiligen Zielland präzise zu bewerten.
Beratung zur allgemeinen Umsetzung der EU-Konfliktmineraleverordnung durch die DEKSOR in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Als nationale Kontrollstelle berät die DEKSOR in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Sorgfaltspflichten bezüglich bestimmter Minerale und Erze aus Konflikt- und Hochrisikogebieten. Die Behörde hilft Importeuren dabei, die Herkunft von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold lückenlos nachzuweisen und die gesetzlichen Vorgaben der EU-Verordnung rechtssicher zu erfüllen.
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bietet Unternehmen aller Größenklassen verlässliche und praxisnahe Hilfestellungen zum Schutz ihrer digitalen Infrastrukturen. Das Informationsangebot der Bundesbehörde umfasst konkrete Empfehlungen zu zukunftsweisenden IT-Sicherheitsstandards, Risikobewertungen beim Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) sowie detaillierte Leitlinien für die Zertifizierung von IT-Systemen im eigenen Betrieb.
Business and Human Rights Resource Centre
Das Business and Human Rights Resource Centre ist eine weltweit agierende, unabhängige Informationsplattform, welche die menschenrechtliche Praxis von über 10.000 Unternehmen dokumentiert. Sie bietet Betrieben ein umfassendes, global durchsuchbares Register zu menschenrechtlichen Vorwürfen, Fortschrittsberichten und Best-Practice-Beispielen nach Regionen und Sektoren. Die Plattform dient als wichtiges Frühwarnsystem für den internationalen Einkauf.
CSR Europe – Das europäische Business-Netzwerk für Nachhaltigkeit
Als führendes europäisches Unternehmensnetzwerk unterstützt CSR Europe transnationale Konzerne und Verbände bei der strategischen Integration der Nachhaltigkeit. Das Netzwerk bietet Plattformen für den branchenübergreifenden Austausch, entwickelt standardisierte Bewertungsmethoden für Zulieferer und berät zur praktischen Umsetzung europäischer Richtlinien.
CSR Risiko-Check
Das kostenfreie Online-Werkzeug CSR Risiko-Check unterstützt Unternehmen dabei, potenzielle menschenrechtliche und ökologische Risiken in ihren Lieferketten einzuschätzen und zu priorisieren. Durch die Eingabe von Zielland und Produktgruppe generiert das Tool sofort einen dichten Bericht über potenzielle ESG-Risiken in den Bereichen Menschenrechte, Umwelt, Soziales und Governance. Das Tool wird vom niederländischen Außenministerium finanziert. Die deutschsprachige Version wird in Zusammenarbeit mit UPJ und dem Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte in der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung umgesetzt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft finanziert.
Danish Institute for Human Rights
Das Danish Institute for Human Rights ist eine unabhängige, staatlich finanzierte, aber politisch eigenständige Institution, die Online-Tools für Unternehmen anbietet. Das bekannteste Werkzeug ist das „Human Rights Impact Assessment“, welches Betriebe dabei unterstützt, die konkreten Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf lokale Gemeinschaften wissenschaftlich fundiert zu ermitteln.
Deutscher Nachhaltigkeitskodex
Die Online-Plattform des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) dient als zentrales, kostenloses Werkzeug für die neue EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung. Unternehmen erfassen ihre Daten dort mittlerweile rein digital über neue, übersichtliche Module – entweder nach den umfassenden EU-Vorgaben für Großkonzerne oder dem vereinfachten, freiwilligen Standard für den Mittelstand. Die Plattform führt Betriebe Schritt für Schritt durch die aktuellen Anforderungen, übersetzt die komplexen rechtlichen Regeln in verständliche Fragen und speichert die fertigen Berichte in einer Datenbank.
Deutsches Institut für Menschenrechte (DIMR) – Bereich Wirtschaft und Menschenrechte
Das Deutsche Institut für Menschenrechte ist die unabhängige nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands und bietet kostenfreie Informationsressourcen und Hintergrundmaterialien zu menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht im unternehmerischen Kontext an. Das Institut veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Analysen, Policy-Briefs und praxisnahe Arbeitshilfen für die Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten.
Due Diligence Ready! – Europäische Kommission
Das interaktive Portal Due Diligence Ready! der Europäischen Kommission wurde speziell entwickelt, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der verantwortungsvollen Beschaffung von Mineralen und Metallen zu begleiten. Das Online-Portal stellt leicht verständliche Schulungsunterlagen, regulatorische Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Informationsmaterialien zur Verfügung.
econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e .V.
Das Nachhaltigkeitsnetzwerk econsense e. V. bündelt global agierende Unternehmen zur gemeinsamen Ausgestaltung praktischer Nachhaltigkeitsstrategien. In spezialisierten Arbeitsgruppen entwickeln die Mitglieder praxistaugliche Indikatorensets und konkrete Lösungsvorschläge für das Lieferkettenmanagement. Der Fokus liegt dabei auf der ökonomischen Machbarkeit von Nachhaltigkeit.
Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung
Für Unternehmen, die Verantwortung für soziale und ökologische Nachhaltigkeit entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette übernehmen möchten, stellt die Bundesregierung mit dem Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte ein besonderes Unterstützungsangebot bereit.
Die Dienstleistungen des Helpdesk sind kostenfrei, vertraulich und individuell. Neben der Beratung gehören auch Veranstaltungen, Schulungen, Workshops und Online-Tools für Unternehmen zum Angebot.
Zu den kostenfreien Online-Tools zählen der CSR Risiko-Check zur besseren Einschätzung von potenziellen ESG-Risiken und der KMU Kompass zur schrittweisen Umsetzung des Sorgfaltsprozesses und zum Vergleich von Nachhaltigkeitsstandards. Der Praxislotse Wirtschaft & Menschenrechte stellt Informationen zu konkreten Umwelt- und Menschenrechtsthemen und praxisnahe Fallstudien bereit. Zudem bietet der Helpdesk einen Online-Kurs zum Einstieg in das Thema „Wirtschaft und Menschenrechte“.
Der Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert und von der DEG Impulse durchgeführt.
Kontakt
Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte
Potsdamer Platz 10
10785 Berlin
- Telefon:
- +49 30 2130 8430-0
- E-Mail:
- kontakt@helpdeskwimr.de
- Website:
- www.helpdeskwimr.de
ILO-Helpdesk for Business on International Labour Standards
Der globale ILO-Helpdesk for Business der Internationalen Arbeitsorganisation unterstützt Unternehmen und Arbeitnehmervertretungen bei der korrekten Anwendung internationaler Arbeits- und Sozialstandards. Die Expert*innen beantworten konkrete Fragen zu kritischen Themen wie Vereinigungsfreiheit, Tarifverhandlungen, Diskriminierung sowie der Einhaltung fairer Löhne und Arbeitszeiten in globalen Fabriken.
IHK-Management-Trainingsprogramm „Nachhaltig. Erfolgreich. Führen.“
Dieses vom Bundesbildungsministerium geförderte Qualifizierungsprogramm wird über die DIHK-Bildungs-gGmbH koordiniert und bereitet Führungskräfte gezielt auf die Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaftsweise vor. Das ganzheitliche Training vermittelt praxisnah, wie neue Business-Strategien, CO₂-neutrale Produktionsprozesse und transparente Lieferketten erfolgreich im eigenen Betrieb verankert werden.
Industrie-, Handels- und Auslandshandelskammern (IHK / AHK / DIHK)
Das dichte, globale Netzwerk der Deutschen Industrie- und Handelskammern (DIHK) bietet Unternehmen eine lückenlose Beratungsinfrastruktur zur Umsetzung ihrer Lieferkettenpflichten. Während die regionalen IHKs im Inland praxisnahe Einstiegsberatungen anbieten, unterstützen die Auslandshandelskammern (AHKs) an über 140 Standorten direkt in den globalen Beschaffungsmärkten.
Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung (KNB) des BMI
Diese spezialisierte Beratungsstelle beim Beschaffungsamt des BMI unterstützt öffentliche Auftraggeber bei der rechtssicheren Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den öffentlichen Einkauf. Das Angebot umfasst fokussierte Produktgruppenblätter, Leitfäden und Praxisbeispiele, um ökologische und soziale Aspekte im Vergabeverfahren erfolgreich zu berücksichtigen.
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg
Mit der regionalen Initiative global verantwortlich Baden-Württemberg – gvBW bietet das Landesministerium eine Plattform für den baden-württembergischen Mittelstand. Die Initiative unterstützt KMU durch praxisnahe Workshops, moderiertes Peer-Learning und online abrufbare Leitfäden beim systematischen Aufbau eines nachhaltigen Wertschöpfungsmanagements.
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die Welternährungsorganisation
Das gemeinsame Wirtschaftsportal der OECD setzt sich für soziale und ökologische Standards in der globalen Wirtschaft ein. In Zusammenarbeit mit der Welternährungsorganisation (FAO) bieten die Institutionen international anerkannte Standards und Sektor-Leitlinien an, um die Nachhaltigkeitsrisiken in komplexen landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten systematisch zu minimieren.
UN Global Compact
Die deutsche Sektion des UN Global Compact Netzwerks Deutschland dient als zentrales Lern- und Netzwerkportal für Nachhaltigkeitsbeauftragte. Die Initiative bietet Unternehmen praxisnahe Online-Toolkits (z. B. zu existenzsichernden Löhnen und Einkaufspraktiken), interaktive E-Learning-Kurse sowie Online-Seminare, um Sorgfaltsprozesse erfolgreich im operativen Geschäft zu verankern.
World Benchmarking Alliance (WBA) – Kostenfreie Nachhaltigkeits-Benchmarks
Die gemeinnützige Stiftung World Benchmarking Alliance (WBA) erstellt und veröffentlicht kostenfreie, öffentlich zugängliche Unternehmensrankings zu Nachhaltigkeitsleistungen. Kerninstrument ist der Corporate Human Rights Benchmark (CHRB), der die menschenrechtliche Performance von rund 2.000 der größten Unternehmen weltweit transparent bewertet.
Hier finden Sie einen Überblick über aktuelle Termine und Veranstaltungen im Themenbereich der nachhaltigen Unternehmensführung.